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Seven Steps to the Green Door: The?Lie (Review)

Artist:

Seven Steps to the Green Door

Seven Steps to the Green Door: The?Lie
Album:

The?Lie

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Progressive Promotions
Spieldauer: 53:22
Erschienen: 26.04.2019
Website: [Link]

Nach" Fetish" (2015) folgt nun der eigentliche Nachfolger zu "The?Book" von 2011: Der zweite Teil von SEVEN STEPS TO THE GREEN DOORS Konzept-Trilogie spinnt den thematischen Faden weiter, der letzten Endes einen in puncto Tiefe und Differenziertheit seinesgleichen suchenden Kommentar zu Religion, deren Sinn und Nutzen sowie nicht zuletzt fanatischen Ausformungen ergeben wird. Wie für den Vorgänger gilt allerdings: Musik und Texte sind so eng miteinander verwoben, dass sich erstere häufig unterordnen muss.

Was dies betrifft, ist "The?Lie" ein reinrassiges Prog-Album solcherart, wie sie Genre-Verächter anführen, um sich in ihrer Abneigung gegen die Stilistik bestätigt zu sehen. Die in jeder Hinsicht ambitionierten Kompositionen plätschern für den einen vor sich hin und sind für den anderen ein Inbegriff kunstvoller Rockmusik, die allerdings nüchtern betrachtet nur selten auf herkömmliche Weise "rockt".

Einmal mehr griff "unser" Thoralf Koß für die Gruppe in die Taste respektive um Stift und Papier, um den lyrischen Unterbau für ihre Songs bereitzustellen. Die Hingabe, mit der sich der Texter seinem Sujet widmet, ist sowohl im gesanglichen Vortrag als auch den narrativen Parts von US-Autor George Andrade überdeutlich erkennbar- Die Intros bzw. Zwischenspiele stören den Fluss des Materials anders als im ersten Teil der "Erzählung" nicht mehr, obwohl die eigentlichen Songs auch ohne solchen Zierrat funktionieren würden. Die beiden Parts von 'A Dream That Strayed' nehmen insofern eine Schlüsselrolle ein, als sie den Stil von SSTTGD praktisch auf den Punkt bringen - einfühlsamer gemischtgeschlechtlicher Gesang wie im Zwiegespräch, Ansätze aus Jazz (Klarinette) und Klassik (Piano) sowie kraftvoller Gitarrenmusik, wie sie spätestens ab Anfang der 1970er zur Entstehung ebendieses Genres geführt hat.

'A Price To Pray' gemahnt folglich wenig überraschend auf der instrumentalen Ebene an die virtuosen Abfahrten von Dream Theater und Co., nicht zuletzt dank fetter Orgel-Passagen und muskulöser Vocals. Insbesondere Pete Jones von TIGER MOTH TALES erweist sich hier als Anwärter für den Posten einer Rampensau in einer Metal-Combo, während auch der Rest des Vokalensembles (u.a. Lars Köhler und Anne Trautmann) sorgfältig für die Rollen der allegorisch gedachten Figuren der Story ausgesucht wurden. Richtig Kapital daraus schlagen SSTTGD wie zu erwarten in den Longtracks 'Come To Your Father', 'Hear My Voice' sowie 'The World Made Flesh' am Ende.

Wie schon auf "The?Book" stoßen die "extremen" Anwandlungen ein wenig sauer auf, denn Death-Metal-Growls passen zumindest dem Dafürhalten dieses Hörers nach nicht zu SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR. Genauso gilt aber erneut: Gerade wer die Hochphase von Pain Of Salvation (ca. "The Perfect Element Pt. I" bis "Be") schätzt, findet schwerlich besseren Stoff, um seinen Durst nach detailverliebter und mit inhaltlichem Sprengstoff gespickter Kunstmusik (nochmal: im besten Sinn gemeint) zu stillen.

FAZIT: State-of-the-Art-Progressive-Rock bis -Metal von absoluten Könnern, bisweilen immer noch ein wenig blutarm und dennoch in allen Belangen der bisherige Zenit ihres Schaffens: SEVEN STEPS TO THE GREEN DOOR geben mit "The?Lie" auch und gerade das Versprechen ab, den Abschluss ihrer Trilogie als zukünftigen Szene-Klassiker in Angriff zu nehmen … alles andere als gering, diese Leistung!

Andreas Schiffmann (Info) (Review 749x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • A? I
  • Salvation
  • A Price To Pray I
  • A Dream That Strayed
  • A Price To Pray II
  • A Dream That Strayed II
  • A? II
  • Heaven
  • The Word Made Flesh
  • Mear My Voice Tonight
  • Come To Your Father

Besetzung:

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