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Robert Reed: The Ringmaster – Part One (Review)

Artist:

Robert Reed

Robert Reed: The Ringmaster – Part One
Album:

The Ringmaster – Part One

Medium: 2CD+DVD
Stil:

Progressive Rock auf Oldfield-Pfaden

Label: Tigermoth Records/Just For Kicks
Spieldauer: DVD – 108:23 / CD's – 101:16
Erschienen: 05.11.2021
Website: [Link]

ROBERT REED, unser musikalischer Lieblings-Waliser und kreativer Kopf hinter MAGENTA, CYAN, CHIMPAN A, KIAMA und KOMPENDIUM, ist erneut auf Solo- und zugleich OLDFIELD-Pfaden zurück und setzt mit dem ersten Teil von „The Ringmaster“ (Teil 2 soll wahrscheinlich Anfang kommenden Jahres erscheinen...) den Weg fort, den er mit seinem – überdeutlich von MIKE OLDFIELD geprägten – dreiteiligen Meister-Epos „Sanctuary“ eingeschlagen hatte. Den Kritiker dieser Zeilen macht das natürlich glücklich, denn es gibt wirklich niemanden, der den Oldfield-Geist in dieser Dimension auf sein eigenes Werk dermaßen intensiv übertragen kann wie ROBERT REED. Das sehen auch zwei Oldfield-Mitstreiter der ersten Stunden ganz genauso und tragen wie zuvor bei „Sanctuary“ wiederum ihren Anteil zu „The Ringmaster – Part One“ bei, indem TOM NEWMAN, der bereits Oldfields „Tubular Bells produzierte, auch diesmal seinen ganz speziellen Mix von „The Ringmaster“, welcher sich auf der zweiten CD dieser aus zwei CD's und einer DVD bestehenden Veröffentlichung befindet, und LES PENNING das Thema sowie komplette Konzept beisteuerte.

Der 'Ringmaster' dieses Konzept-Albums ist so eine Art Teufelchen und Muse zugleich, die im übertragenen Sinne auf der Schulter eines großen Künstlers sitzt und ihn einerseits mit den ganz großen Ideen und unendlicher Kreativität versorgt, andererseits aber immer wieder Zweifel an dem sät, was dabei entsteht. Es infrage stellt und im grauenhaftesten Fall am Ende zerstörerisch für den Künstler und das Kunstwerk werden kann. Dies nicht zuzulassen und „The Ringmaster“ in den richtigen Bahnen zu halten, ist die hohe Kunst des Künstlers. Ansonsten könnte man dabei nicht nur ein Ohr, wie beispielsweise Van Gogh, verlieren…

Dieses Mal also hat das kleine musische Teufelchen Mr. Reed ins Ohr geflüstert: „Mach es noch einmal. Lebe deine leidenschaftliche Seite, die oldfieldsche Traumlandschaften zum Vorschein bringt, voll und ganz auf einem Album von dir aus! Natürlich mit allen Finessen, samt unterschiedlichen Mixen und einer DVD mit der dolby-digitalen Variante in 5.1 Surround und DTS.“
Und schwupps erwartet uns das nächste Meisterwerk im „Sanctuary“-Stil von ROBERT REED, das all die Prämissen und Register zieht, die bereits besagter Dreiteiler so eindrucksvoll verwirklichte. Bei allen Oldfield-Experten werden hierbei schon beim Betrachten des Covers, das von blauen Schmetterlingen wimmelt, klare Erinnerungen geweckt. Mit Absicht! Denn schließlich lebt das Cover von „Platinum“ von einem großen blauen Schmetterling. Und dieser lässt sich nicht nur auf dem Cover, sondern auch in dem ersten Teil von Reeds musikalischer Schmetterlingsjagd nieder.

Allerdings ist „The Ringmaster – Part One“ deutlich stärker von folkigen und vielen akustischen Momenten geprägt, weckt damit aufgrund der vielen weiblichen Vokalpassagen noch zusätzliche Erinnerungen an „Incantations“, die erste Konzept-Doppel-LP von MIKE OLDFIELD aus dem Jahr 1978. Besonders deutlich kommen diese beim speziell für LES PENNING komponierten Stück „Mr Penning Standing Blue“ zum Ausdruck, das man auch als Video auf der DVD des 2CD+DVD-Albums findet.
Und wer hier Flöte spielt, verrät ja schon der Titel.

Aber es gibt auch eine Vielzahl sehr melodiöser, fast hitverdächtiger Momente auf „The Ringmaster – Part One“, so als würden wir mit PETER GREEN'S FLEETWOOD MAC-„Albatros“ eine „Wolkenreise“ Richtung EROC mit ADIEMUS-Zwischenstation antreten, die im oldfieldschen „Wonderland“ endet. Und als wäre das nicht alles schon wundervoll genug, gibt’s als Sahnehäubchen noch verschiedene Stimmspielereien der Marke „Amarok“ mit drauf.

Alles in allem ist „The Ringmaster – Part One“ nicht nur ein weiterer Schritt in der „Sanctuary“-Reihe mit Alben, die den oldfieldschen Geist in sich tragen, sondern auch ein echtes Vorfreude-Album auf den zweiten Teil um den Ringmaster, der konzeptionell die Tücken und Freuden künstlerischer Musen in sich vereint und sie klangvoll verwirklicht. Und es ist definitiv kein 'Zirkusalbum', selbst wenn uns der Titel (übersetzt 'Zirkusdirektor') diese Vermutung nahe bringt.

FAZIT: Ganz klar gilt für ROBERT REED, wer „Sanctuary“-A sagt, der muss auf gleich zwei CD's und einer DVD eben auch „The Ringmaster“-B sagen und allen, die noch immer den alten Oldfield-Zeiten – besonders der 1979er-'blauschmetterlingschen' „Platinum“-Ära – nachtrauern, nicht nur ein weiteres Oldfield-Gedächtnisalbum kredenzen, sondern dieses auch in zusätzlichem (wirklich großartigen) dolby-digitalen Surround-Klang betten und einen speziellen TOM NEWMAN-Mix (Ja, genau der Newman, der schon „Tubular Bells“ unter seinen Fittichen hatte!) beifügen. „The Ringmaster – Part One“ knüpft nahtlos genau dort an, wo Reed 2018 mit „Sanctuary III“ aufhörte.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1943x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1 (47:39):
  • The Farewell
  • The First Guardian Of Everywhere
  • The Defeated Army
  • A Touch Of The Song
  • Storytown
  • The Gatekeeper
  • The First Large Water
  • Mr Penning Standing Blue
  • A Sign Of Sendlinger
  • A Dream Of Home
  • Arcadia In Ruins
  • CD 2 (53:37):
  • Bonus Tracks:
  • Glamarocko
  • Glencoe
  • The Ringmaster – Part One:
  • Tom Newman Mix (Tracks 1-5)
  • Tom Newman Mix (Tracks 6-11)
  • DVD (108:23):
  • The Complete Album Mixed In DTS + Dolby Digital 5.1 Surround (48:18)
  • Interview
  • = Videos =
  • The First Guardian Ov Everywhere
  • Mr Penning Standing Blue

Besetzung:

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