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Einherjer: Lifeblood (Review)

Artist:

Einherjer

Einherjer: Lifeblood
Album:

Lifeblood

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Viking Metal

Label: By Norse Music
Spieldauer: 49:57
Erschienen: 19.06.2026
Website: [Link]

EINHERJER gelingt mit „Lifeblood“ ein meisterlicher Spagat zwischen verklärtem Wikinger-Stolz, nordischer Rauheit, die von kalten Tagen auf See und erbarmungslosem Wetter zeugt, und episch angelegtem Viking Metal, der seine Black-Metal-Wurzeln nicht verleugnet.


Der thematische Schwerpunkt dreht sich um Themen wie Herkunft, Wurzeln, Zugehörigkeit und das Gefühl von Heimat. Aber keine Angst, die Norweger betreiben keinen Polit-Paganismus, sondern bleiben ihrer angestammten Thematik zwischen Wikinger-Tradition und norwegischer Geschichte bzw. Mythologie treu.
Dabei stehen Albumtitel und die Covergestaltung in einer spirituell aufgeladenen Tradition, die Wikinger-Symbolik mit Ewigkeitsglaube und Heimatstolz verbindet (die Schlange verbindet Erde und Götterreich, indem sie dem Lebenselixier Wasser entsteigt und durch die Kraft des Feuers (z.B. als Symbol für Reinigung) in Richtung Valhalla aufsteigt und zugleich selbst ein Symbol für die Ewigkeit, den ewigen Lebenskreislauf ist).


Musikalisch präsentieren sich EINHERJER vom epischen Start „Bloodborn“ weg in Topform. Zwischen kantigem Black Metal blitzen immer wieder klassische Heavy-Metal-Gitarren auf, ehe „At The Threshold’s End“ stampfenden Groove neben traditionellen Heavy-Metal-Gitarren präsentiert. Dabei erzeugt das Stück unweigerlich Bilder von gereckten Fäusten bei Live-Gigs der Band.
Mit „Gone“ wird’s dagegen epischer. Zu treibendem Doublebass-Groove gibt’s eingängige Melodien und eine Ohrwurm-Hook, die sich schwerlich ignorieren lässt. Dass EINHERJER dabei kaum kitschig wirken, ist eine Stärke der Norweger, die sie auf dem kompletten Album ausspielen.


Davon zehrt auch „Malstrøm“, das vom zehnten Tag auf hoher See, ohne Wind und ohne Landsichtung, erzählt. Die Stimmung ist fatalistisch, wobei die Gitarren und auch das Keyboard getragene Melodien und Soli vom Stapel lassen, die sowas wie trotzigen Lebenswillen repräsentieren könnten.
Die kraftvolle Ballade „Dei Så Ser“ handelt von Leben und Tod als verbundene Einheit, als Teile desselben Kreislaufs, wobei das eine ohne das andere an Bedeutung verliert. Da passt auch der Zuwachs an Pathos, der u.a. dem geschmackvollen Keyboardeinsatz entspringt.


„Arr For Arr“ dagegen klingt rauer und wütender. Es wirkt als würde hier eine Schifffahrt durch einen Sturm vertont. Die Gitarren sorgen für Theatralik, die von mehrstimmigen Gesängen weitergetragen wird, ehe „Saltworn Runes“ das Tempo anzieht. Zwischendurch wird der Groove etwas verschleppt, ehe sich der Refrain kämpferisch aufbäumt.
Das Finale „The Eternal North“ verbindet dann das Gespür der Band für epische Melodien, die Bilder von traditionsbewussten Wikinger-Geschichten ohne Kitsch heraufbeschwören, mit stimmungsvollen Gesängen, die von epochalen Chören, über grantiges Grollen, bis hin zur klaren Männerstimme alle vorhandenen Aspekte abdeckt. Zugleich zeigt das Stück, dass EINHERJER stets in der Lage sind, abwechslungsreiche Musik in einem fest gesteckten Rahmen zu servieren.


FAZIT: Mit „Lifeblood“ präsentieren EINHERJER einen starken Viking-Metal-Brocken, der kaum Platz für Plakat-Paganismus lässt und doch keine gedanklich komplizierte Themen-Doktorarbeit darstellt. Vielmehr verbinden die Norweger traditionsbewusste Texte mit ebensolcher Spielart von epischem Heavy Metal, der seine Inspiration gleichsam aus der Schönheit der Natur zieht, wie er kitschfreie Nordmann-Thematik auf den Punkt musiziert.

Dominik Maier (Info) (Review 20x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Bloodborn
  • At The Threshold’s End
  • Gone
  • Malstrøm
  • Dei Så Ser
  • Arr For Arr
  • Saltworn Runes
  • The Eternal North

Besetzung:

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