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The Metal Grimoire: Ausgabe 1 (Review)
| Artist: | The Metal Grimoire |
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| Album: | Ausgabe 1 |
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| Medium: | Fanzine | |
| Stil: | Metal |
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| Label: | Eigenveröffentlichung | |
| Spieldauer: | 173 Seiten | |
| Erschienen: | 26.06.2026 | |
| Website: | [Link] |
"Inhalte zu liefern, die man nicht überall liest. Interviews, die in die Tiefe gehen, Fragen stellen, die nicht überall gestellt werden. (…) Bands eine Plattform bieten, die von den meisten Medien gemieden werden." Mit dieser Zielsetzung und "purem Idealismus" bringt Sascha Hennenberger, der bislang das Ancient-Spirit-Fanzine herausgegeben hatte (nicht zu verwechseln mit dem Ancient Spirit Terror 'zine von Vasili Vasilopoulos), sein neues Fanzine THE METAL GRIMOIRE – bisher nur online – an den Start.
Mit dem 173 Seiten umfassenden Debüt macht Sascha wie gewohnt weiter und knüpft nahtlos an das Ancient Spirit an, denn die Bandauswahl lässt nicht darauf schließen, dass er uns in seinem Grimoire etwas völlig Anderes präsentiert als zuvor. Er beschwört den – altertümlichen! – Spirit der Neunziger Jahre, und insofern scheint im neuen Fanzine zunächst vieles beim guten Alten zu bleiben. Auf jenes gute Alte werden neue Schlaglichter geworfen, zum Beispiel wenn Dan Swanö im Interview zum 30-jährigen Jubiläum des One-Track-Albums "Crimson" von den Aufnahmen berichtet, bei denen seiner Aussage nach Edge of Sanity so eng zusammenarbeiteten wie nie zuvor.
Das 38-seitige (!) Interview mit Paradox zum 40-jährigen Jubiläum würde eine Sonderausgabe als Paradox-Fanzine rechtfertigen, und zumindest mit meinen Lesegewohnheiten wirft dieser Umfang die Frage auf, warum THE METAL GRIMOIRE ausschließlich zur Lektüre am Bildschirm zur Verfügung steht – ein solches Interview möchte doch in aller Ruhe im klassischen Heftformat gelesen werden?! Dem eingangs erwähnten Anspruch wird Sascha mit dieser Story absolut gerecht, denn selbst langjährige Paradox-Fans werden hier auf ihre Kosten kommen und sich über neue Details freuen, während Leser, welche die Band noch nicht kennen, hier nicht weniger präsentiert bekommen als vier Jahrzehnte Thrash-Metal-Geschichte aus der Sicht von Sänger und Gitarrist Charly Steinhauer inklusive deftigen Kommentaren zum schwermetallischen Geschehen seit den Achtzigern. Unabhängig davon, ob alle Worte des Musikers nun auf die Goldwaage gehören, handelt es sich um ein Gespräch, in dem Charly aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. Über einige seiner Aussagen lässt sich trefflich streiten (Pearl Jam und Nirvana sind doch kein Sch***), doch in einem Fanzine dürfen eben auch Typen mit Ecken und Kanten zu Wort kommen, die mit vielem im Musik-Business hadern und ganz eigene Perspektiven vertreten, denn nicht zuletzt das trägt doch zur kurzweiligen Lektüre bei.
Beim Interview mit Raymond vom einstigen Fanzine The Black Montanus Of Thy Septentrio frage ich mich, inwiefern Sascha die Antworten durch eine Übersetzungssoftware gejagt, dann jedoch nicht allzu aufmerksam editiert hat, denn ein Ausdruck im Szenejargon wie "Tape Trading" bräuchte kaum als "Kassetten-Tausch" übersetzt werden. Bei solchen Details drängt sich zuweilen der Eindruck auf, dass Sascha seine Interviewpartner gerne ausführlich zu Wort kommen lässt, sich dann aber lieber schnell der nächsten Story widmet, als jeden Text in eine rundherum gut lesbare Form zu bringen.
Positive Erwähnung verdient Saschas differenzierte und vor allem kritische Bewertung von Alben, denn vergleichsweise vielen Scheiben gibt er 6/10 Punkten und lobt längst nicht alles über den grünen Klee. Davon können sich sowohl die schreibende Zunft der "großen" Metal-Magazine als auch meine Wenigkeit etwas abgucken. Im Vorwort stellt er zudem klar, dass im THE METAL GRIMOIRE niemals Anzeigen auftauchen werden (die in Fanzines meiner Meinung nach auch rein gar nichts zu suchen haben) und dass Leser, die sich mit einem kleinen Betrag bedanken möchten, diesen in Form einer Spende an Metality e.V. entrichten sollten – tolle Einstellung!
FAZIT: Eine 173 Seiten starke erste Ausgabe liefert mehr Lesestoff, als sich in einer Fünf-Minuten-Pause auch nur locker überfliegen lässt. THE METAL GRIMOIRE hat mit seinem Debüt einen guten Auftakt gemacht, der die Frage nach einer gedruckten Variante aufwirft.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- EDGE OF SANITY – großes Interview zum 30-jährigen Jubiläum von „Crimson“
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- Hellenic Black Metal Special (1987–1995) mit Kommentaren von Nornagest (ENTHRONED) und Raymond Dillard Heflin (ex-ABSU).
- Keys - Sascha Hennenberger
- Ausgabe 1 (2026)
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