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Torche: Restarter (Review)

Artist:

Torche

Torche: Restarter
Album:

Restarter

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Sludge Metal/Pop

Label: Relapse Records
Spieldauer: 38:18
Erschienen: 20.02.2015
Website: [Link]

Egal, ob man seine Musik nun mag oder nicht: Steve Brooks ist eine der wenigen Persönlichkeiten innerhalb des Metalkosmos, die sich noch etwas traut. Dabei macht der Mann aus Florida seit Jahren nichts anderes als den Signature-Sound zu optimieren, den er spätestens 2004 mit FLOOR erfand. Elf Jahre später läuft es für den Mann wie am Schnürchen, im April sattelt er sogar beide Pferde und hat dann für den Ausflug nach Europa neben der FLOOR-Comeback-Scheibe „Oblation“ TORCHE-Album Nr.4 namens „Restarter“ im Gepäck.

Möglich wird das vor allem durch den auf den ersten Lausch kaum hörbaren Unterschied der beiden Platten. Der Sound bleibt nahezu identisch, nur hier und da werden minimal veränderte Testballons steigen gelassen, für die der Name „Experiment“ aber schon zu groß wäre. Das heißt im Klartext, dass der einmalige wie polarisierende Mix aus tonnenschweren, bis zum Anschlag verzerrte Sludge-Riffs und poppigen Gesangs- und Gitarrenmelodien erhalten bleibt, im Vergleich zu den TORCHE-Vorgängern „Meanderthal“ und „Harmonicraft“ dann aber doch ein paar auffallende Veränderungen vorgenommen wurden.

Anno 2015 klingen TORCHE heavier, psychedelischer und nehmen sich mehr Zeit, um mit ihren Kompositionen in angebrachter Form hypnotisierend zu wirken. Das alles geht zu Lasten der herzerwärmenden Frische und dem Abwechslungsreichtum des bisherigen Katalogs und das dürfte all diejenigen besonders enttäuschen, die sich gerade erst an den fast schon verbotenen Sound der Band gewöhnt haben und gebührend abfeiern. Andererseits könnten die Mannen aus Florida so auch wieder ein paar Genrefans ins Boot holen, die schon beim quietschigen Chaos des „Harmonicraft“-Covers abwinkten.

Trotz poppiger Songlängen versucht sich das Quartett daran einen Sog zu erzeugen, aus dem man nach einmaligem Ein- und Abtauchen nicht gleich wieder auftauchen kann. Riffs werden immer wieder wiederholt, das Tempo wird selten variiert, TORCHE möchten eine gewaltige Soundwand errichten, ohne dabei die eingängigen Widerhaken zu vergessen. Mögliche Singleauskopplungen wie ‚Loose Men‘ oder ‚Blasted‘ werden plötzlich zur Mangelware, der Fokus liegt viel mehr auf dem Album als Einheit, für das sich der Hörer ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit nehmen muss. Erst dann entfaltet sich die ganze, mitreißende Wirkung der zehn neuen Songs.

TORCHE haben zwar ihren Kurs verändert und tragen ihn gegenüber FLOOR noch eine Spur reifer vor, sie lassen dem Hörer aber auch genug Möglichkeiten selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Er kann sich berieseln lassen und einen Drogentrip ohne Drogen erleben, er kann sich aber ebenso am tollen Sound erfreuen, versuchen die Songs auseinander zu dividieren oder nach Details suchen, die sich trotz des zurückgeschraubten Ansatzes immer wieder finden lassen. Warum TORCHE diesen Ansatz gerade jetzt wählen, bleibt mir zwar schleierhaft, er ist aber kein schlechter. Er könnte noch zwingender und kompromissloser sein und öfter auf längere Songs wie dem abschließenden Titelsong setzen, spannender als das xte Sludge-Scheibchen nach Formel xy ist "Restarter" jedoch allemal. Man darf gespannt sein, ob die Rechnung aufgeht und sich das Neue als Kontrast zum Altbewährten etablieren und das Live-Set bereichern kann.

FAZIT: Mit „Restarter“ wagen TORCHE tatsächlich eine Art Neustart, wie eine neue Band klingen sie aber zum Glück nicht. Der bisherige Mix aus Stoner Metal und Pop wird neuerdings mit etwas mehr Heavyness und Wiederholungsdrang auf die Straße gebracht und verzichtet fast vollständig auf die frischen, fast punkigen Momente, die bislang im Vordergrund standen. Daran muss sich der Hörer erst einmal gewöhnen, aber das musste er bei TORCHE schon immer. Nach ein paar Durchläufen geht das Konzept auf, der Feinschliff folgt hoffentlich auf der nächsten Platte.

Norman R. (Info) (Review 2297x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Annihilation Affair
  • Bishop in Arms
  • Minions
  • Loose Men
  • Undone
  • Blasted
  • No Servants
  • Believe It
  • Barrier Hammer
  • Restarter

Besetzung:

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