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Get Well Soon: Minus The Magic (Review)

Artist:

Get Well Soon

Get Well Soon: Minus The Magic
Album:

Minus The Magic

Medium: CD/Download/LP
Stil:

Singer/Songwriter, Rock

Label: Scarlet Beast
Spieldauer: 46:43
Erschienen: 22.05.2026
Website: [Link]

2022 veröffentlichte KONSTANTIN GROPPER mit seinem noch in der Pandemie produzierten Album „Amen“ das vorerst letzte Lebenszeichen seines Projektes GET WELL SOON. Seither war Gropper in Sachen Auftragsarbeiten und Soundtrack-Kompositionen für Film und Fernsehen unterwegs. Da indes 2026 das 20-jährige Jubiläum des Projektes GET WELL SOON markiert, beschloss er, dieses Ereignis mit neuem Material und anstehenden Live-Konzerten gebührlich zu feiern.

Mit dem nun vorliegenden Album „Minus The Magic“ schlägt KONSTANTIN GROPPER ein für ihn neues Kapitel auf, indem er die neuen Songs erstmals mit seiner aus MAX SCHENKEL, SEBASTIAN BRÖDNER, MARCUS WÜST, PAUL KENNY, ALEX MAYR und seiner Schwester VERENA GROPPER bestehenden Tour-Band live im Studio einspielte. Gleichzeitig nutzte er die Chance, auf das zurückzublicken, was er als Musiker in den letzten 20 Jahren schuf und ihn zu dem machte, der er heute ist.


Hierfür wählte Gropper als Format einen ziemlich ungefilterten, rauen Rocksound, auf den man in der bisherigen Klangwelt von GET WELL SOON nur gelegentlich und punktuell getroffen war. Er selbst räumt ein, dass dieses Album in klanglicher Hinsicht eine Ausnahmestellung einnimmt, denn die orchestral-majestätischen Klangwelten der bisherigen GET WELL SOON-Produktionen sind auf dem neuen Album nur punktuell zu finden.

Hierin liegt einer der Gründe, warum das Werk „Minus The Magic“ betitelt wurde. Es soll eben auch ohne die majestätische Magie der großen musikalischen Grandezza gehen. Der andere Grund für den Titel liegt in der (von KONSTANTIN GROPPER gar nicht unterstützten) These, dass bei kreativen Menschen im mittleren Alter die Magie der Jugend verloren gegangen sein könnte. Die Magie des mittleren Alters fand der inzwischen 44-jährige Musiker dann im Zusammenspiel mit seinen Musikern; und das hört man der neuen – vor Spielfreude und Rockdrive geradezu berstenden – Produktion deutlich an. Rock-Momente gab es schon öfter im Oeuvre von GET WELL SOON, so konsequent wie auf seinem aktuellen Album wurde diese Lebenshaltung allerdings noch nie zum Ausdruck gebracht.

Doch keine Bange: Für den Herbst ist bereits ein weiteres GET WELL SOON-Album angekündigt, welches dann wieder in die bis dato gewohnte Richtung gehen soll. Für die nun anstehende nächste Club-Tour war es KONSTANTIN GROPPER indes wichtig, den Rock-Drive, den er mit seinen Musikern im Studio eingefangen hatte, auch auf der Bühne zum Ausdruck bringen zu können; denn mit dieser Produktion wollte er sich wohl auch bei seinen Musikern für die langjährige Zusammenarbeit bedanken.

Bereits mit dem bisher letzten Album „Amen“ hatte Gropper seine Einstellung zum Leben justiert und war (nach eigener Aussage) vom zweifelnden, stärker pessimistisch und depressiv motivierten Künstler zum eher bodenständigen Optimisten mutiert und zu der Einstellung gelangt, dass trotz aller Unbilden zum Ende hin wohl doch eine positive Wendung erfolgen könnte, was durch den Song „OK“ vermittelt wird, der inhaltlich wie musikalisch für eine vorsichtige Zuversicht steht.


Da sich die neuen Songs im relativ geradlinigen – nur gelegentlich ins Dystopische zielenden – Grunge-, Glam- und Drama-Rock-Modus präsentieren und dabei unabhängig von der inhaltlichen Relevanz mit Songs wie „OK“, „The Golden Toilet Heist“ oder „Staying Home“ den bereits erwähnten, eher lebensbejahenden Charakter aufweisen, sah sich Gropper genötigt, die Tracks der 2014 erschienen EP „The Lufthansa Heist“ für „Minus The Magic“ neu einzuspielen, die weiland im gleichen Geiste entstanden. Diese Stücke hatte er damals allerdings alleine im Studio fabriziert und im Folgenden selten live gespielt. Daher wollte er diesen Tracks mit dem Band-Treatment eine faire, neue Chance geben, die sie seiner Ansicht nach auch verdient haben.


Tatsächlich erstrahlen dann Tracks wie „The 4-3 Days“ oder das hymnische „A Night At The Riffifi Bar“ nicht nur in neuem Glanz und Gloria, sondern wurden zudem auf die neue, eher optimistische Stimmungslage gebracht. Erst zum Ende von „Minus The Magic“ hin, gibt es mit den neuen Songs „Here’s Some Feedback“ und „That’s Not Me“ eher besinnliche Rückgriffe auf das klassische GET WELL SOON-Sounddesign – was kein Wunder nimmt, denn in diesen Songs blickt Gropper nachdenklich auf die Zeit zurück, die ihn zu dem werden ließ, der er heute ist. Wie versprochen: Nach der nächsten Tour gibt es mit einem zweiten GET WELL SOON-Album wieder mehr davon. Das ist schon wieder eine andere Geschichte, die es noch zu erzählen gilt.




FAZIT: Mit dem Album „Minus The Magic“ lösen KONSTANTIN GROPPER und seine Bandmusiker als GET WELL SOON im Studio das Versprechen ein, welches sie als Live-Band schon lange gegeben haben, und präsentieren sich als griffige Rock-Combo, die mit ihrem Einsatz eine mögliche Midlife-Crisis des inzwischen 44-jährigen Berufsmusikers mit heiterer Eleganz wegspielt.

Ullrich Maurer (Info) (Review 42x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • The 4-3 Days
  • OK
  • A Night At The Rififi Bar
  • There's Waldo
  • The Pope Washed My Feet In Prison
  • The Golden Toilet Heist
  • Sci Fi Gulag
  • When They Cheer You You're Wrong
  • Here's Some Feedback
  • Staying Home
  • That's Not Me

Besetzung:

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