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The Amity Affliction: Youngbloods (Review)

Artist:

The Amity Affliction

The Amity Affliction: Youngbloods
Album:

Youngbloods

Medium: CD
Stil:

Post Hardcore / Metalcore

Label: Roadrunner Records
Spieldauer: 45:38
Erschienen: 21.10.2011
Website: [Link]

Die Art und Weise, wie sich auf dem Cover alle Klischees zum Thema Emocore vereinen, ist schon graziös: Kapuzenkopf, langes schwarzes Pechhaar, geschlossene Augen, Rosentattoos, die des Emos zarte Seele symbolisieren, dazu eine versunkene Abwehrhaltung und wund geschlagene Fingerknöchel, die wohl eher aus dem Kampf mit einer Wand resultieren als gegen einen echten Gegner – der gemeine Emo frisst ja schließlich alles in sich hinein und lässt es dann an unschuldigen Gegenständen aus.

Ganz recht, dies ist mal wieder eine Coverinterpretationsrezension. Aber wo soll man auch sonst einen Ansatz zur Besprechung finden – bei der Musik etwa? Unmöglich, ohne selbst in Jargonklischees zu verfallen. Kurz gefasst: Jugendlichkeit wie bei LOSTPROPHETS trifft auf Metalcore-Scharfschnitt wie bei UNDEROATH, resultierend in alten „Böse Strophen, guter Refrain“-Schemata. Man sieht den Break stets kommen – er zehrt sich aus dem üblichen Wechsel zwischen annähernd tonlosem Screaming und himmelhell funkelnden Refrain-Leads, die nicht den geringsten Schmutz auf der Oberfläche dulden, dafür allerdings eine Menge Süßstoff ausschütten. Als würde einem Schwein plötzlich ein Regenbogen aus dem Hintern sprießen. Dem Bild des angepissten Jugendlichen, der zuerst mal all seinen Hass rauskotzt und sich dann in Embryohaltung selbst bemitleidet, wird damit einmal mehr alle Ehre zuteil. Variationen dessen ergeben sich allenfalls im Hintergrund durch Keyboardeffekte (in Form der momentan so populären Dance-Elemente) oder Jugendchöre, die aber ebenso sehr Klischees entsprechen wie der Rest vom Fest.

Dass die Australier in der Heimat wohl als Senkrechtstarter gelten und Roadrunner sich sein Stück Kuchen auch auf den großen Musikmärkten Europas und Amerikas abgreifen will, ist dabei nur allzu verständlich. Und dass „Youngbloods“ hierzulande nur im Downloadformat erhältlich ist, passt dabei hervorragend ins Bild: Eine wertlose Veröffentlichungsform für ein Publikum, das Veröffentlichungsformate in der Regel ohnehin nicht zu schätzen weiß – die Strategie des Labels ergibt durchaus einen Sinn, unterstreicht aber bloß den Wegwerfcharakter dieser sauber gemachten, aber seelenlosen Musik, die vermutlich im kommenden Jahr mit einem neuen Album fortgesetzt werden soll.

FAZIT: Erst mit der Liebsten auf die „Twilight“-Party und dann Nachglühen mit THE AMITY AFFLICTION. Im Vampirschmonzettenkontext gewinnt die Mucke ihrer sauberen und dynamischen Machart wegen nämlich reichlich Drive. Ist man aber einmal darüber erhaben, wird sie extrem schnell belanglos. Deswegen sollte der US- und Europa-Release besser ganz zügig einschlagen und der Nachfolger möglichst flott erscheinen, sonst ist das Eisen schneller erkaltet, als man „Youngbloods“ sagen kann.

Sascha Ganser (Info) (Review 2553x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 5 von 15 Punkten [?]
5 Punkte
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Tracklist:
  • I Hate Hartley
  • Anchors
  • H.M.A.S Lookback
  • Fire Or Knife
  • Youngbloods
  • Dr. Thunder
  • Olde English 800
  • No Sleep 'Till Brisbane
  • RIP Forghorn
  • Fuck The Yankees

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Nils [musikreviews.de]
gepostet am: 18.11.2011

Das mit dem Schwein und dem Regenbogen finde ich wunderbar bildhaft! *g*
ml
gepostet am: 06.06.2014

User-Wertung:
15 Punkte

Absolut schwachsinniges und Subjektive Rezension.
mit dem Herzen dabei
gepostet am: 22.06.2017

User-Wertung:
15 Punkte

Das ist keine faire Rezension.
Es gibt zwei Arten von Musik-Konsumenten. Die einen hören Musik, weil sie dem Geschmack entspricht und gut klingt.
Die anderen hören Musik aus dem gleichen Grund UND ZUSÄTZLICH weil diese mit einem etwas anstellt. Da schwingen Gefühle mit. Die Musik löst einfach etwas aus, das mit Worten nicht zu beschreiben ist. Wenn man das Album durchhört, ist es am Ende nicht einfach vorbei, sondern die Gefühle sind immer noch da und zwar eine ganze Weile. Und warum? Weil das Album einfach nur wahnsinnig gut ist, aber eben nur für die Leute vom angesprochenen Typ 2. Warum schreibt aber einer die Rezension, der wohl eindeutig zum Typ 1 gehört??? Das finde ich nicht fair.
Die Band will doch eindeutig etwas Schlimmes ausdrücken. Da kann doch ein Album nicht normal klingen. Um die gewünschten Messages mitzuteilen muss doch die Musik auch die entsprechenden Gefühle unterstützen. Und das macht TAA in einer Art und Weise, die ich von keiner anderen Band kenne - und das ist durchaus positiv gemeint. Die Kombination aus tiefen Gitarrenriffs + hohen Gitarrenmelodien, schreckliche Growls und herzzereißendem Clean-Gesang + unterstützende Keyboard-Elemente erzeugt doch einfach nur eine geniale Atmosphäre. Ich bin nicht depressiv, hab mein Leben ziemlich gut im Griff, steuere aktuell auf einen zukunftssicheren Beruf zu und bin trotzdem ergriffen von diesem Album. Einfach, weil ich mich in die Lage von Menschen hineinversetzen kann, denen es nicht so geht wie mir. Die Welt ist nicht gerecht (sieht man auch hier an der Rezension). Aber es gibt eben so viel schlechtes in der Welt, da braucht es eine solche Musik. Vielen Dank dafür TAA. Vielen Dank.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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