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Depressure: Worst Is Yet To Come (Review)

Artist:

Depressure

Depressure: Worst Is Yet To Come
Album:

Worst Is Yet To Come

Medium: CD/Download
Stil:

(Melancholic) Metal

Label: Inverse Records
Spieldauer: 39:49
Erschienen: 20.02.2026
Website: [Link]

Nordische Melancholie trifft auf moderne Härte – so kündigen DEPRESSURE ihr Album „Worst Is Yet To Come“ an. Und tatsächlich schwingt in sämtlichen Songs eine gewisse Schwermut mit, die vor allem vom tiefgründigen, stellenweise theatralischen Gesang des Frontmanns getragen wird. Musikalisch hingegen gibt sich das Material zugänglich: Die Arrangements wirken offen, teils geradezu befreit und besitzen einen eingängigen Drive, der streckenweise fast schon ins Mainstreamige kippt.


Natürlich lassen sich die Finnen nicht in eine enge Genre-Schublade pressen. Im Titeltrack „Worst Is Still To Come“ legt sich die markant tiefe Stimme über eine melodische Gitarrennummer, deren Refrain folkige Anleihen erkennen lässt. Und selbst wenn der Gesang phasenweise bedrohlich klingen möchte, dominiert (zumindest musikalisch) insgesamt eine erstaunlich positive, fast hoffnungsvolle Grundstimmung.
Auch bei „Tied Together“ wirkt der Frontmann eher verletzlich als finster – man möchte ihn beinahe tröstend in den Arm nehmen und auf ein Bier einladen. Im weiteren Verlauf des Albums allerdings fügt sich die Stimme nicht immer stimmig in den musikalischen Kontext ein: Mitunter wirkt sie weniger wie integraler Bestandteil des Sounds, sondern eher wie ein Fremdkörper, der neben den Arrangements steht, statt mit ihnen zu verschmelzen.
Bei „Live In Me“ greifen Vocals und Instrumentierung deutlich stimmiger ineinander, auch wenn weiterhin der Eindruck entsteht, als seien Band und Gesang räumlich voneinander getrennt aufgenommen worden. Möglicherweise ist aber genau das beabsichtigt– als bewusst gesetztes Stilmittel, um Isolation und Melancholie zusätzlich zu unterstreichen.


Auch „Blocked Rays Of Sun“ lebt vom Kontrast: Die vergleichsweise positiv gestimmte, kraftvolle Gitarre stemmt sich gegen den ausgeprägten Weltschmerz des Sängers – und unterliegt ihm letztlich doch. Das dürfte sie sein, die zitierte nordische Melancholie, gegen die offenbar selbst die eingängigste Instrumentierung kein musikalisches Kraut wachsen lässt, so sehr sich die ‚Saiten’ auch um Optimismus bemühen. Einen Moment der Annäherung gibt es schließlich in „Breach“: Hier scheinen Gesang und Gitarre zumindest zeitweise Frieden zu schließen, wenn die Vocals trotzig in die launigen Gitarrenlinien einstimmen und beide Ebenen endlich auf derselben positiveren emotionalen Wellenlänge agieren.


FAZIT: „Worst Is Yet To Come“ der Finnen DEPRESSURE lebt vom interessanten Kontrast zwischen eingängigen, kraftvollen Arrangements und dem tief melancholischen, stellenweise entrückt wirkenden Gesang. Nicht immer greifen beide Ebenen nahtlos ineinander, doch gerade diese spürbare Reibung verleiht dem Album ein eigenes Profil. DEPRESSURE setzen auf Spannung statt Harmonie – und schaffen so ein Werk, das zwischen nordischer Schwermut und moderner Zugänglichkeit seine eigene Identität findet.

Marco Rauland (Info) (Review 32x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Leave Leave
  • Worst Is Yet To Come
  • Tied Together
  • Too Little Too Late
  • Live In Me
  • Blocked Rays Of Sun
  • Breach
  • Solitude Is Calling

Besetzung:

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