Partner
Services
Statistiken
Wir
John Blek: The Midnight Ache (Review)
| Artist: | John Blek |
|
| Album: | The Midnight Ache |
|
| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Indie-Folk, Singer-Songwriter, Barock-Pop, Folkpop, Balladen-Folk |
|
| Label: | K&F Records | |
| Spieldauer: | 33:16 | |
| Erschienen: | 16.01.2026 | |
| Website: | [Link] |
Manchmal, und gerade jetzt in winterbedingt und weltpolitisch so kalten Zeiten, braucht man Alben wie "The Midnight Ache" von JOHN BLEK ganz besonders. Dann lauscht man mit wachsendem Wohlbehagen diesen elf wunderschönen Folkpop-Stücken, den perfekten Streicher-Arrangements, der wärmenden Stimme des irischen Sängers. Und plötzlich sind, immerhin für knapp 35 Minuten, viele Sorgen und Zumutungen - von Dauer-Glatteis auf Berlins Straßen bis zu einer geisteskranken Demokratie-Abrissbirne namens Donald Trump - ziemlich weit weg. Man kann das Eskapismus nennen - aber es tut verdammt gut.
Der Name JOHN BLEK geistert schon seit einigen Jahren bei Indie-Folk-Freunden herum. Das meisterhafte "Until The Rivers Run Dry" (2023) war bereits seine achte Platte und "Cheer Up" (2024) die neunte. Und immer setzte der sympathische Künstler qualitativ noch einen drauf. Insofern ist "The Midnight Ache" nicht nur quasi ein rundes Jubiläumsalbum, sondern - und das ist fürs zehnte Werk einer Musikerlaufbahn nicht selbstverständlich - ein "crowning achievement", ein Karrierehöhepunkt.
So opulent diese zehn Songs (plus ein Interlude mit dem Titel "Indistinct Chatter", das genau jenes ungehörige, unhöfliche Publikums-Gequassel während eines Clubkonzerts abbildet) auch klingen - am Do-It-Yourself-Geist des Sängers und Gitarristen aus Cork hat sich nichts geändert. JOHN BLEK nahm nicht nur den Großteil des Albums selbst auf und produzierte es, er baute dafür mit Bigger River Recording ein Aufnahmestudio "mit seinen eigenen Händen", wie die Album-PR des rührigen Dresdner Label K&F betont. "A labour of love - but labour all the same", sagt der handwerkernde Musiker dazu.
Man kann die Aufbruchstimmung eines Neustarts tatsächlich spüren in diesen prächtigen Liedern. "Dieses Album hat mich selbst überrascht", erzählt der Ire. "Ich habe langsam Songs geschrieben und sie genutzt, um mich mit dem neuen Studio vertraut zu machen. Ich habe mich klanglich herangetastet und geschaut, was ich erreichen kann - als mir plötzlich klar wurde, dass ich da ein neues Album hatte."
"The Midnight Ache" hört sich angenehm heimelig an, und tatsächlich drehen sich die Lieder oft um das Thema Zuhause. Die Platte enthält Gesangseinlagen der Ehefrau von JOHN BLEK, das Cover ist mit gepressten Blumen aus ihrem Garten geschmückt. Der als Single ausgekoppelte, zentral platzierte Album-Highlight "747" handelt wiederum davon, wie es sich anfühlt, das Zuhause zu verlassen, beschreibt das Gefühl des Loslassens.
Das Tolle an JOHN BLEK ist, auch auf dieser Platte wieder, dass man seine Einflüsse (Ron Sexsmith, Elliott Smith, Paul McCartney, der Beck der "Sea Change"-Phase) durchaus hören kann, sein feinfühliger, über viele Jahre gereifter Stil aber dennoch sehr eigenständig wirkt. "The Midnight Ache" präsentiert den freundlichen Melancholiker nun endgültig als einen der besten irischen Singer-Songwriter der Gegenwart, auf der Höhe eines Conor O'Brien (Villagers), Glen Hansard, Adrian Crowley oder Declan O'Rourke.
FAZIT: Als opulentes Wunderwerk der Songwriter-Kunst, dessen Lieder zu den besten und vor allem zu den großzügigsten in der bescheiden, aber stetig angelegten Karriere von JOHN BLEK gehören, hatte ich vor drei Jahren die Platte "Until The Rivers Run Dry" gepriesen. Kaum vorstellbar, dass der Ire die Qualität seines DIY-Folkpop noch weiter steigern würde. Aber genau das ist ihm nun mit "The Midnight Ache" geglückt. Ein Singer-Songwriter, der sich von Album zu Album steigert: BLEK legt ein frühes Genre-Highlight dieses Musikjahres vor.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- I've Been
- Better
- Coming Down
- Before You
- Black & Blue
- Mr. Misery
- Indistinct Chatter
- 747
- With You
- Mother's Eyes
- Heart Shaped
- Bass - Brian Hassett
- Gesang - John Blek, Ciara O'Leary Fitzpatrick
- Gitarre - John Blek
- Keys - Brian Casey
- Schlagzeug - Davie Ryan
- Sonstige - Filip Sommer (Viola), Moritz Brümmer (Cello)
- The Midnight Ache (2026) - 13/15 Punkten
-
keine Interviews
Kontakt
