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Slagmaur: Hulders Ritual (Review)
| Artist: | Slagmaur |
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| Album: | Hulders Ritual |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Norwegian Black Metal |
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| Label: | Prophecy Productions | |
| Spieldauer: | 39:49 | |
| Erschienen: | 27.02.2026 | |
| Website: | [Link] |
Über 30 Jahre nach den Verirrungen des damals kaum den Kinderschuhen entwachsenen Norwegischen Black Metal solchen Unfug zu stiften, dass Kübel an Schimpf und Schande über dem Verursacher ausgeschüttet werden, gehört kaum zum Tagesgeschäft in der Bewerbung von Musik. Beim Wettbewerb um das schrägste Promo-Manöver haben SLAGMAUR jedoch bereits im Vorfeld der Veröffentlichung ihres vierten Albums mit dem Titel "Hulders Ritual" so viele Trophäen der Verachtung eingeheimst, dass selbige fast ein wenig von der Musik abzulenken drohen. Das wäre schade.
Zwar gibt es auf dem Album stilistisch – natürlich?! – nichts Neues zu hören, doch der Rückgriff auf originäre Black-Metal-Riffs im LoFi-Sound aus dem (imaginären) Kinderzimmer fördert eine für heutige Maßstäbe ziemlich außergewöhnliche und tatsächlich hörenswerte Räudigkeit, welche wenigstens bei Szene-Veteranen nostalgische Gefühle wecken könnte, während sie den Rest der Hörerschaft wahrscheinlich eher vergrätzen dürfte. Wer nicht gerade ein ausgeprägtes Faible für kratzende Gitarren-Sounds und Schmalspur-Schlagzeug-Gepolter hat, wird die sechs Songs vielleicht als ausgesucht hässliche Beispiele für die Primitivität mancher Bands deuten, nicht jedoch für substanzielle Kompositionen, die das Erbe von Burzum, Mysticum und Thorns mehr als nur verwalten.
Apropos Thorns: Snorre Ruch hatte – offenbar zum Unverständnis bis zum blanken Entsetzen einiger zeitgenössischer Kommentatoren – seine Hände bei der Bearbeitung der Aufnahmen von "Hulders Ritual" mit im Spiel, und dem Reinheitsgebot des True Norwegian Black Metal schadet sein Zutun sicher nicht: Schroffe Riffs, repetitive Melodien, gepresster Gesang (von so einigen Gästen), monton-kaltes Schlagzeugspiel auf einigen Keksdosen, aufgenommen in einer Rumpelkammer. Es spricht für SLAGMAUR, diese Elemente annähernd perfekt aufeinander abgestimmt zu haben, um eine eigene Epik zu bewirken, die einen Song wie die erste Single-Auskopplung "Wildkatze" (die bereits sechs Jahre auf dem Buckel hat) an stilistisch vergleichbarer Massenware vorbeikatapultiert.
Beim folgenden "Huldergeist" vollziehen die Norweger zunächst den Kniefall vor dem Wegbereiter des monolithischen Black-Metal-Primitivismus so beherzt wie beschwingt, verneigen sich im letzten Drittel keineswegs spöttisch vor Edvard Grieg, lassen die Huldra selbst die Hörerschaft becircen, und mit dem folgenden "Hexen Herjer" schießen sie endgültig die Titel stiftende Besenreiterin von ihrem Fluggerät – ein Höhepunkt des verschrobenen Hinterwäldler-Black-Metals, der mit seinem auf dem Klavier intonierten Leitmotiv die Antithese zum Plastik-Pop von Bands darstellt, die allenfalls davon träumen, Black Metal zu spielen.
Die gelegentliche Untermalung der schroffen Musik mittels Keyboard weckt eher Erinnerungen an Tartaros als an norwegische Chartstürmer, und in punkto Hypnose in sechs Akten legen SLAGMAUR mit "Hulders Ritual" ihre Meisterprüfung mit Bravour ab.
Das mit einem an Storm Thorgerson erinnernden Cover Artwork ausgestattete Album erscheint via Prophecy Productions auf schwarzem und auf Splatter-Vinyl sowie als Digipak-CD.
FAZIT: "Hulders Ritual" ist im Schatten einiger Klassiker des Norwegischen Black Metal entstanden und SLAGMAUR zollen diesen auf beherzte Weise Tribut, ohne mit ihrer LMAA-Attitüde hinterm Berg zu halten. Dass sie mit "Hexen Herjer" die musikalische Monotonie eines notorischen Unholds auf die Spitze treiben, passt in ihr Konzept, auch anno 2026 unzeitgemäß aufzufallen. Zumindest die musikalische Mission ist zweifelsohne geglückt.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Ritual Dogs
- Wildkatze
- Huldergeist
- Hexen Herjer
- Warlok
- Rathkings
- Bass - Mr. Unt Zilla
- Gesang - Dr. Van Hellreich, Hoest, Silenoz, D.G., Maria Charlotte Lund
- Gitarre - General Gribbsphiiser
- Schlagzeug - Red Max
- Hulders Ritual (2026) - 13/15 Punkten
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