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Andreas Vollenweider: Quiet Places – 10 Thematic Improvisations (Review)

Artist:

Andreas Vollenweider

Andreas Vollenweider: Quiet Places – 10 Thematic Improvisations
Album:

Quiet Places – 10 Thematic Improvisations

Medium: CD/Download
Stil:

Instrumentale Träumereien, New Age, Neo-Klassik

Label: MIG Music
Spieldauer: 41:49
Erschienen: 02.10.2020
Website: [Link]

Großes Aufatmen – zumindest für all diejenigen, die in den 80er-Jahren die instrumentalen Harfenklangwelten eines ANDREAS VOLLENWEIDER, die sich irgendwo immer zwischen KITARO, VANGELIS, LOREENA McKENNITT und Klassik bewegten, liebten oder zumindest zu schätzen wussten. ANDREAS VOLLENWEIDER greift wieder zur Harfe – welch Glück!

Sogar in der DDR genoss der Schweizer Klangkünstler, der neben seinem die Musik dominierenden Harfenspiel auch Keyboards, Percussion und weitere Instrumente spielt, Hochachtung, sodass gar bei AMIGA eine LP von ihm erschien – und das zu Zeiten, da im Grunde alle Rohstoffe, selbst Vinyl, in der eingemauerten Ostzone verdammt knapp waren.

Durch die Beteiligung der Cellistin Isabel Gehweiler räumt Vollenweider auf „Quiet Places – 10 Thematic Improvisations“ dem Cello einen ähnlich hohen Anteil wie seiner Harfe ein, was besonders durch die vielen getragenen Streicher-Momente sofort auch den Titel des Albums erklärt. Denn es sind größtenteils die ruhigen musikalischen Orte, welche in den zehn thematischen Improvisationen besucht werden. Mitunter eignet sich „Quiet Places“ sogar ausgezeichnet zu meditativen Reisen in sein eigenes Inneres, ohne dabei in langweilige Träg- und Eintönigkeit zu verfallen.
„Come to The Quiet Place“ bekommt beispielsweise auch ein paar regelrecht rockig erscheinende, härtere Momente mit finsteren Schlageinlagen verpasst, während danach auf „Venus In The Mirror“ das Cello wieder, wie die Loreley, sein harmonisches „Liedchen“ singt.

Auch die sehr gute Sound-Qualität trägt dazu bei, dass Vollenweiders doch sehr überraschend erschienenes 2020er-Album nie in Beliebigkeit und Belanglosigkeit verfällt, sondern ein ruhiger, aber trotzdem abwechslungsreicher Genuss ist.

Hintergrund des Albums ist ein Forschungsprojekt der Neonatologie (ein Spezialbereich der Kinder- und Jugendmedizin, der sich mit typischen Erkrankungen von Neu- und Frühgeborenen und deren Behandlung beschäftigt) des Universitätsspitals Genf. Vollenweider entwickelte in diesem Rahmen Musik, deren Klang sich unterstützend auf die Heilungsprozesse der Kleinkinder auswirken könnte und erzielte damit große Erfolge, sodass das National Geographic Magazine feststellte, dass diese Idee „eine der 12 Innovationen, die die Zukunft der Medizin revolutionieren werden“, ist.

Allerdings – wer bisher mit dem Schweizer Musiker (Der Rolling Stone titelte mal in grenzenloser Überheblichkeit: „Musik für Lehrer und Latzhosenträger“!), dessen Tourneen bereits weltweit, egal ob in Amerika, Japan, Australien, England usw., ausverkauft waren und mehr als 15 Millionen Zuhörer vor die Bühnen lockten, nie viel anfangen konnte, der sollte weiterhin seine Latzhosen auslassen und ein anderen Beruf ergreifen, als der Rolling Stone es empfiehlt.

Für uns jedenfalls gilt das klare FAZIT: VANGELIS-Freunde aber, oder Liebhaber des Harfenspiels einer LOREENA McKENNITT und natürlich alle Frühgeborenen sowie Harmoniebedürftigen werden garantiert „Quiet Places – 10 Thematic Improvisations“ von ANDREAS VOLLENWEIDER, dessen letztes Album „Air“ bereits 11 Jahre zurückliegt, in ihr Herz und ihre Ohren schließen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 941x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Pygmalion
  • Polyhymnia
  • The Pyramidians
  • Entangled
  • Come To The Quiet Place
  • Venus In The Mirror
  • Bella Smiling
  • Wanderungen
  • Sculpture
  • Fields Of Blue

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Chäs-Chnuschti
gepostet am: 06.11.2020

Grins, anstelle von "Lehrer und Latzhosenträger" könnte man auch "Horoskopsüchtige und Katzenhalterinnen" schreiben.
jimmy
gepostet am: 01.01.2021

User-Wertung:
15 Punkte

Vielleicht liegt der "Rolling Stone" mit seinen Musik-Kritiken das eine oder andere Mal richtig - in diesem Fall jedenfalls verkennt er eines der besten Alben der jüngeren Musik-Geschichte. Einfach grandios, nicht nur weil schon lange erwartet - und auch nicht nur was für Fans, sondern für Liebhaber von guter Instrumental-Musik. Wie das Cello und die Harfe hier harmonieren, ist einfach genial.
jimmy
gepostet am: 01.01.2021

User-Wertung:
15 Punkte

Vielleicht liegt der "Rolling Stone" mit seinen Musik-Kritiken das eine oder andere Mal richtig - in diesem Fall jedenfalls verkennt er eines der besten Alben der jüngeren Musik-Geschichte. Einfach grandios, nicht nur weil schon lange erwartet - und auch nicht nur was für Fans, sondern für Liebhaber von guter Instrumental-Musik. Wie das Cello und die Harfe hier harmonieren, ist einfach genial.
jimmy
gepostet am: 01.01.2021

User-Wertung:
15 Punkte

Vielleicht liegt der "Rolling Stone" mit seinen Musik-Kritiken das eine oder andere Mal richtig - in diesem Fall jedenfalls verkennt er eines der besten Alben der jüngeren Musik-Geschichte. Einfach grandios, nicht nur weil schon lange erwartet - und auch nicht nur was für Fans, sondern für Liebhaber von guter Instrumental-Musik. Wie das Cello und die Harfe hier harmonieren, ist einfach genial.
jimmy
gepostet am: 01.01.2021

User-Wertung:
15 Punkte

Vielleicht liegt der "Rolling Stone" mit seinen Musik-Kritiken das eine oder andere Mal richtig - in diesem Fall jedenfalls verkennt er eines der besten Alben der jüngeren Musik-Geschichte. Einfach grandios, nicht nur weil schon lange erwartet - und auch nicht nur was für Fans, sondern für Liebhaber von guter Instrumental-Musik. Wie das Cello und die Harfe hier harmonieren, ist einfach genial.
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