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Galasphere 347: The Syntax Of Things (Review)

Artist:

Galasphere 347

Galasphere 347: The Syntax Of Things
Album:

The Syntax Of Things

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Chaos Records/Just For Kicks
Spieldauer: 55:36
Erschienen: 20.03.2026
Website: [Link]

Eine erstklassige progressive Mega-Band im Stillen und Geheimen – oder der ganz große Wurf, der die Prog-Rock-Szene in Verzückung setzen würde?
GALASPHERE 347?
Wer oder was ist das nur?
Bisher wohl doch bloß ein wohlgehütetes Geheimnis im reichhaltigen Osternest des sich ewig auf der Suche befindlichen Proggies...
Jedenfalls fragte man sich das wohl erstmals vor acht Jahren, als das gleichnamige Debüt mit drei komplexen Longtracks von GALASPHERE 347 plötzlich und unerwartet anno 2018 auftauchte und viel liebgewonnene 70er-Jahre-Nostalgie mit modernen Sounds verbreitete. Trotz Progressive Rock par excellence und hochrangigen Musikernamen trat danach viele Jahre lang wieder Stille ein.
Nunmehr allerdings meldet sich die 'Prog-Megagroup' GALASPHERE 347 erneut samt hochgradiger Musiker-Besetzungsliste zurück. Und mit „The Syntax Of Things“ wollen sie es nun wohl endgültig wissen!


Okay?! Wer/was verbirgt sich denn nun hinter den eigentlich längst wieder vergessenen GALASPHERE 347, bei denen ein Blick auf deren bandcamp-Seite ein wenig Aufklärung leistet, wo es in der Selbstbeschreibung heißt: „Europa – eine internationale Band von Musikern, die sich zusammengeschlossen haben, um anglo-skandinavischen Progressive Rock zu machen. Mit ihrer Erfahrung in Bands wie WHITE WILLOW, HENRY FOOL AIRBAG, IQ, ÄNGLAGåRD, TIM BOWNESS, NO-MAN, JOHN WETTON, WESERBANDLAND und NECROMONKEY verleihen der Musik von GALASPHERE 347 eine epische Breitwanddimension.“

Eigentlich ist damit schon alles gesagt. Denn genau diese Einflüsse entdeckt man in ihrem breitgefächerten, komplexen Abwechslungsreichtum auch in der knappen Prog-Stunde von „The Syntax Of Things“.

All die große, einflussreichen Namen für Szene-Kenner (größtenteils skandinavischer Prägung) – hinter denen sich ebenso große musikalische Qualität verbirgt (Das Album wurde doch tatsächlich in Schweden, Norwegen und England aufgenommen!) – scheinen sich in GALASPHERE 347 zu vereinen. Und noch viel mehr altbekannte Legenden wie JETRHRO TULL: Man höre nur das abschließende, wild daherkommende Querflöten-Solo am Ende des Zehnminuters „Life As An Architect (Hestia)“, dem dann beim folgenden knochenbrecherischen Saxophongebläse des Elfminuters „Broken Bones (Eris)“ der VAN DER GRAAF GENERATOR-Geist, der in floydianische Sphären entfleucht, aus allen Poren trieft.
Aber auch die große Kunst der balladesken Ruhe (mit wunderbarem Gesang) wird von GALASPHERE 347 beherrscht, sodass uns „Nighthawks (Nyx)“ in eine träumerische Sphäre entführt, bis wir durch „Persephone (Kore)“ dieser mit auf sich beinahe hymnische Weise steigernd nach und nach wieder entrissen werden.
Oh ja! Das hier ist tatsächlich die ganz große Prog-Schule (Und immer wieder grüßt das Mellotron-Murmeltier!), welche uns die multinationale Musikergemeinde hinter GALASPHERE 347 zu bieten hat.

Gebe es einen Prog-Gott, dann würde der GALASPHERE 347 mindestens zu einem seiner Stellvertreter berufen.

Alle Songs hinter „The Syntax Of Things“ strahlen recht bedrückende, aber immer wieder auch lichte und verspielte, wechselvolle Stimmungen aus, denen viel (symphonische) Nostalgie innewohnt. Mal schweben sie, mal purzeln sie wild in einem ideenreichen Überfluss, fast jazz-improvisatorisch durcheinander. In ihnen geht es um unerfüllte Sehnsüchte genauso wie um schwere Verluste, die bedrückend in die Zukunft blicken, Knochenbrechereien der besonderen Art [„Broken Bones (Eris)“] und vieles mehr. Immer aber bleibt bis zum Ende des Konzept-Albums hin ein kleiner Hoffnungsschimmer offen.

Die immer durch einen Klammer-Begriff verbundenen Songs drehen sich um unerfüllte Sehnsüchte, eine nicht wiederkehrende Nostalgie und dem Gefühl des wiederkehrenden, das Leben erschwerenden Verlusts, denen mitunter nicht immer die richtigen Entscheidungen folgen. So bildet dann das große Album-Finale auch ein ausgiebiges Gitarren-Solo des AIRBAG-Oberhauptes Björn Riis, um auf eine vielleicht doch noch etwas bessere Zukunft als erwartet hinzuweisen: „Open doors / Can open sores / Open those doors“ [Hiraeth Part 2 (Aion)].


FAZIT: Acht Jahre Funkstille. Und dann so ein Album, das im Grunde die tragische Fortsetzung des untergegangenen Debüts ist und von dem man nur hoffen kann, dass es die progressive Rock-Szene ordentlich auf- und durchrüttelt. GALASPHERE 347 sind ein größtenteils skandinavisch geprägtes, multinationales Musiker-Kollektiv, das auf „The Syntax Of Things“ die ganz große Nostalgie-Keule erster Güteklasse (von Ä wie ÄNGLAGåRD über I wie IQ bis W wie WHITE WILLOW) schwingt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 37x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Hiraeth Part 1 (Cronus)
  • Life As An Architect (Hestia)
  • Broken Bones (Eris)
  • Nighthawks (Nyx)
  • Persephone (Kore)
  • The Syntax Of Things (Athena)
  • Hiraeth Part 2 (Aion)

Besetzung:

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