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Clouds: The Clouds Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series' (Review)

Artist:

Clouds

Clouds: The Clouds Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series'
Album:

The Clouds Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series'

Medium: LP
Stil:

Progressive Rock, Folk, Art Pop, Singer/Songwriter, Fusion

Label: Chrysalis Records, Proper/Bertus Musikvertrieb
Spieldauer: 32:23
Erschienen: 29.08.2025
Website: -

Was war das nur vor 56 Jahren für ein unglaubliches Debüt?
„The CLOUDS Scrapbook“ von THE CLOUDS ist ein pures, wildes und einfallsreiches Sammelsurium von kompositorischen und stilistischen Ideen, die überbordend von progressiven Gedankengängen geprägt sind. Besonders darum, weil im Mittelpunkt der Musik die Tasteninstrumente, speziell die sich immer wieder in den Vordergrund spielende Orgel, stehen. Allerdings gilt „The CLOUDS Scrapbook“ nicht etwa als Progressive Rock. Das würde die Musik hinter „The CLOUDS Scrapbook (1969)“ viel zu stark eingrenzen, die sich oft auch Richtung der frühen BEE GEES oder BEACH BOYS zu „Pet Sounds“-Zeiten bewegt.


Die schottischen stilübergreifenden Prog-Folk-Rocker gründeten sich Mitte der 1960er-Jahre in Edinburgh – allerdings unter ihrem (doch seltsam anmutenden ersten) Namen 1-2-3 – und fassten ganz schnell in der Londoner Underground-Szene Fuß, da ihr Sound ähnlich vielfältig und spannend wie der von SYD BARRETs PINK FLOYD war, selbst wenn sie diesbezüglich nicht so extrem auf die psychedelischen Momente, sondern die am Pop orientierte Verspieltheit setzten.
Trotzdem war auch ihre Musik weit der Zeit voraus und band gleichermaßen klassische wie jazzige und rockige Elemente ein, die kunterbunt miteinander kombiniert wurden und eine für jeden progressiven Freigeist, dem besonders eingängige Harmonien wichtig waren, herrliche Musik-Mixtur ergaben, die trotzdem im Endeffekt in sich sehr geschlossen wirkte.


Die besten Nachrichten rund um dieses Album aber sind, dass es – genauso wie das 1974er-BRIAN PROTHEROE-Album „Pinball“ – im Rahmen der 'Chrysalis Red Series' zum ersten Mal nach dessen Ur-Veröffentlichung im Jahr 1969 als von den Originalbändern remastertes Vinyl veröffentlicht wird. In schlicht bestechender Qualität!

Schon der kristallklare „Introduction“-Start mit der akustischen Gitarre auf der linken und der Stimme auf der rechten Box – räumlich perfekt voneinander abgetrennt, aber trotzdem raumfüllend – haut soundtechnisch um. Doch dann geht’s mit „The Carpenter“ erst richtig progressiv, gigantisch klingend los: Fette Orgel trifft auf treibendes Schlagzeug und einen Sänger der Extraklasse, an dessen Stelle plötzlich ein fetter Bass tritt. Alles bestens kalibriert und abgestimmt.
Man vergesse nicht, dass diese Aufnahme tatsächlich (wie hier nachzuhören) aus dem Jahr 1969 stammt.


Also – so gut wurden klangtechnisch bisher nur die historischen BEATLES-Aufnahmen aufgearbeitet. Dieses so genannte 'Air Mastering' von den Original-Bändern ist schlicht umwerfend. Denn wenn dann auch noch in „The Colours Have Run“, einer feinen, schmachtenden Ballade, die Streicher beginnen, ist es selbst um Klassik-Fans geschehen.
Diese 'Chrysalis Red Series' ist für jeden Stereo-Klang-Leidenschaftler das absolute NonPlusUltra. Wenn man die Band oder Musiker dahinter mag, dann wird man nicht nur mit guter Musik, sondern eben auch einem ungeahnt fantastischen Klang belohnt, der im Falle von „The CLOUDS Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series'“ soundtechnisch Gigantisches aus diesen 56 Jahre alten Aufnahmen herausholt.


Am Anfang der LP-B-Seite darf dann Schlagzeuger Harry Hughes in „Humdrum“ solistisch beweisen, was er drauf hat, während die Sänger eine zusätzliche 'Schlag'-Stimme beifügen, um dann in „Union Jack“ eine deutliche Kehrtwende Richtung „Sgt. Pepper“ der BEATLES erfolgt, die immer mal wieder eingeschlagen wird. Musik, die rundum Freude bereitet – und bei diesem Klang über ein halbes Jahrhundert später sicher bei einigen Nostalgikern zu wahren Freudensprüngen führen wird.

Und wenn schon die Orgel eine so wichtige Rolle bei den CLOUDS spielt, sollte noch ein Blick auf deren Keyboarder geworfen werden, der übrigens damals in einem Atemzug mit JON LORD und KEITH EMERSON genannt wurde, da er zu dem Keyboarder-Typus gehörte, der wie die beiden statt sitzend stehend seine Orgel bediente und so für einen speziellen, sehr markanten Orgel-Sound sorgte. Billy Ritchie erfuhr so jede Menge Aufmerksamkeit. Man beachte nur dessen Rolle in dem ironischen Longtrack (gut 7 Minuten) „Waiter, There's Someting In My Soup“ (Ein Haar? Ungeziefer?) oder gleich nach dem Album-Intro, wenn er den „Carpenter“ mit seinen schwarzen und weißen Tasten ausrollt.


Zu „The CLOUDS Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series'“ gehört zudem ein umfangreich mit Informationen rund um das Album gefüllter LP-Einleger, in dem Keybboarder/Sänger Ritchie, Sänger/Bassist Ellis und Schlagzeuger Hughes ausführlich aus ihren eigenen Erinnerungen heraus berichten. Übernommen wurden diese Texte aus der raren 3-CD-Digibook-Veröffentlichung „CLOUDS Once Upon A Time – The Collection“. Auch die verwendeten Fotos stammen aus dieser Veröffentlichung.

Die CLOUDS jedenfalls sind eine herrliche Alternative zu solchen Keyboard-orientierten Prog-Pop-Psyche-Legenden wie PROCOL HARUM und THE MOODY BLUES, die übrigens damals schon auf höchstem Sound-Niveau aufgenommen wurden. Ohne Bedenken können Freunde besagter Bands und der eine oder andere hier besungene „Old Man“ sofort bei „The CLOUDS Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series'“ der CLOUDS zugreifen. Sie machen nichts falsch – und werden vielleicht sogar mit einem echten 'Erweckungserlebnis' belohnt.


FAZIT: Die nächste grandiose, bewundernswerte Wieder- bzw. Neuentdeckung im Rahmen der soundtechnisch hervorragenden 'Chrysalis Red Series' heißt „The CLOUDS Scrapbook (1969) – 'Chrysalis Red Series'“ von den CLOUDS. Und Achtung: Genau dieses Album wurde bei seiner Veröffentlichung von der Kritik gefeiert und im September 1969 vom 'Melody Maker' zum „Album des Monats” gekürt. Also genau in einem der wichtigsten und bedeutendsten Jahre für die Pop-, Prog- und Rockmusik. Endlich ist es auch aus heutiger Sicht (nicht vergessen, sondern) wieder ein wegweisendes Werk dieser Zeit, welchem mit diesem Remaster noch das klangtechnische Sahnehäubchen übergestülpt wird, aus dem noch deutlicher die hohe kompositorische und klangtechnische Qualität der Band herausgehört werden kann. Ein Meisterwerk meisterhaft neu aufgelegt!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 63x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (16:23):
  • Introduction – Scrapbook (1:09)
  • The Carpenter (3:30)
  • The Colours Have Run (3:01)
  • I'll Go Girl (3:22)
  • Grandad (2:11)
  • Ladies And Gentleman (3:10)
  • Seite B (16:00):
  • Humdrum (1:08)
  • Union Jack (1:25)
  • Old Man (3:27)
  • Waiter, There's Someting In My Soup (7:02)
  • Scrapbook (2:58)

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